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"Jeder von uns ist ein Wort, aber zusammen sind wir ein Gedicht"

Pressebericht Mitgliederversammlung Bündnis für Arbeit vom 06.10.2016

Förderverein hat Flüchtlinge im Blick

Regionales Bündnis für Arbeit arbeitet eng mit Jobcenter und Arbeitsagentur zusammen

TUTTLINGEN – Bereits seit 16 Jahren setzt sich das Regionale Bündnis für Arbeit für die Vermeidung und Beseitigung von Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit im Landkreis Tuttlingen ein. In der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend hat der Vorsitzende Thomas Maile ein positives Resümee ziehen können: Die Qualifizierungskurse, die Beschäftigungsinitiativen sowie die Projekte zur Verbesserung der Ausbildungsreife bei Jugendlichen zeigen Schritt für Schritt Erfolge.
„Jeder von uns ist ein Wort, aber zusammen sind wir ein Gedicht.“ Mit diesem Zitat verwies Maile auf die Arbeit des Fördervereins, dessen Mitgliederzahl mit 100 Personen stabil geblieben ist, außerdem gehören ihm noch 40 Institutionen und Organisationen an. Für das Projekt „Paten auf Zeit“ sucht das Bündnis derzeit weitere Freiwillige. Zurzeit sind 20 Paten im Einsatz, um Jugendlichen, die es beim Übergang von der Schule in den Beruf oder in die Ausbildung schwerer haben, zu unterstützen.
Das Projekt besteht seit 2007 und „mehr als die Hälfte der bisherigen Patenschaften sind erfolgreich verlaufen“, sagte Maile. Aktuell werden auch junge afrikanische Flüchtlinge betreut, die an der Steinbeis-Schule intensiv Deutsch lernen. „Deutsch“, das wurde in den Referaten von Hermann Ristau, Leiter des Sozialamtes und des Kommunalen Jobcenters des Landratsamts Tuttlingen, und von Jürgen Weiger, Leiter der Agentur für Arbeit in Tuttlingen, deutlich, ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Eingliederung von Flüchtlingen. 146 Asylbewerber und Geduldete werden derzeit im Landkreis Tuttlingen von der Agentur für Arbeit betreut. „Zehn von ihnen haben wir in Arbeit vermittelt bekommen, fünf in eine Ausbildung“, berichtete Jürgen Weiger – ein kleiner Erfolg, wie er betonte. „Es gibt genügend Arbeitgeber, die sich für sie interessieren, doch meist fehlen die notwendigen Deutschkenntnisse und grundlegende Qualifikationen“, so Weiger.

„Immer noch in den Startlöchern“

„Wir sind auf dem Boden der Realität gelandet und befinden uns, trotz kleiner Erfolge, immer noch in den Startlöchern“, erklärte Hermann Ristau, Leiter des Kreissozialamts und Kommunalen Jobcenters. Zum 1. Oktober wurden 516 Flüchtlinge betreut, die Leistungsbezüge nach dem Arbeitslosengeld II erhalten. Weitere 300 Personen warten auf ihre Anerkennung. Somit würden zirka 800 Menschen vom Jobcenter betreut, so Ristau. „225 von ihnen (Stand August 2016) befinden sich in einer intensiveren Betreuung, sechs konnten wir bereits in eine Arbeit vermitteln.“ Dabei wolle er vor allem die Ausbildungsvermittlung forcieren, die deutsche Sprache sei Voraussetzung.
Heinz Geyer, Vorsitzender des Beirats, verwies noch darauf, dass in dem so viel gelobten, reichen Deutschland viele ältere Menschen von Armut und Ausgrenzung bedroht seien und immer mehr Kinder in Armut lebten, „und das nicht erst, seit wir über die Flüchtlingsproblematik diskutieren, sondern schon lange vorher“, stellte er fest. Dies sei die wahre Ursache und der Nährboden, warum der soziale Frieden immer brüchiger werde.

Vorstand neu gewählt

Bei den Wahlen wurde der komplette Vorstand einstimmig für weitere zwei Jahre bestätigt: Thomas Maile, Vorsitzender; Roland Jägle, Stellvertretender Vorsitzender; Franz Hintermaier, Schatzmeister; Christine Pergande, Schriftführerin; sowie die Beisitzer Ulrike Cordi, Hans-Peter Mattes und Hermann Ristau. Ebenfalls einstimmig für den Beirat bestätigt wurden: Heinz Geyer, Vorsitzender; Rudolf Christian, Michael Jäger, Dieter Kohler, Dennis Kramer, Dieter Meyer und Jürgen Weiger. Neu hineingewählt wurden: Harald Haupt, Carmen Neff und Elke Werner. Bestätigt wurden auch die Kassenprüfer Reinhard Haas und Jörg Kaltenbach. 

Claudia Steckeler, Gränzbote Tuttlingen, 11. Oktober 2016