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Pressebericht Hilfe für arbeitslose Jugendliche vom 20.07.2015

Hilfe für arbeitslose Jugendliche
Seit 15 Jahren gibt es im Landkreis Tuttlingen das Regionale Bündnis für Arbeit

TUTTLINGEN – Seit 15 Jahren gibt es das Regionale Bündnis für Arbeit in Tuttlingen. Der Landkreis, Kommunen, die IHK, die Kreishandwerkerschaft, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Kirchen, Unternehmen, Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, Beschäftigungsinitiativen und etliche Einzelpersonen sind seither Mitglied geworden. Das Ziel des Bündnisses ist die Unterstützung von Maßnahmen zur Beseitigung und Vermeidung von Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit.
1996 war die Arbeitslosigkeit im Landkreis Tuttlingen so hoch, dass sich ein Arbeitskreis überlegte, was die Ursachen dafür waren. "Was können wir konkret tun, damit die Menschen wieder in Lohn und Brot kommen", skizziert der Initiator des Regionalen Bündnisses für Arbeit, der Betriebsseelsorger Thomas Maile, die Idee, aus der schließlich am 30. Juni 2000 der neue Förderverein entstanden ist.

"Alle in einem Boot"

Die Liste der Mitglieder ist lang: "Uns ist es gelungen, fast alle Akteure ins Boot zu holen", betont Maile. Derzeit hat das Bündnis hundert Einzelmitglieder sowie 45 Organisationen als Unterstützer. Dadurch wird es möglich, die vormals eher unkoordinierten Angebote besser zu verzahnen.
Eine der großen und wichtigen Aufgaben war die Erstellung des "Handbuchs Ausbildungshilfe". Dieses ist, nachdem es zuvor nur als Papierversion vorhanden war, seit zwei Jahren auch auf der Internetseite des Bündnisses einzusehen. Der Vorteil: Die Angebote der unterschiedlichen Qualifizierungs-Einrichtungen können nun tagesaktuell eingepflegt werden. Laut Timo Hansen, der für die Stadt Tuttlingen im Beirat des Fördervereins sitzt, ist die Homepage zu diesem Zeitpunkt überarbeitet worden. "Wir haben am Donnerstag alle weiterführenden Schulen angeschrieben und auf das Angebot hingewiesen", berichtet Maile.
"Wir bieten nur Maßnahmen an, für die die öffentliche Hand nicht zuständig ist", betont Maile. Das seien etwa ein zusätzlicher Deutsch-Kurs oder ein Motivationskurs. Auch das Projekt "Paten auf Zeit" hat das Bündnis ins Leben gerufen. Dabei helfen Paten Jugendlichen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. "25 Erwachsene haben wir dafür gewinnen können", berichtet Maile. 10 000 Euro investiert das Bündnis dafür jährlich. Das Geld kommt etwa aus Spenden oder vom Benefizschwimmen im TuWass.
Eines der Projekte, das dem stellvertretenden Vorsitzenden, Roland Jägle, wichtig ist, ist die Ehrenamtsbörse. "Wir sind aber noch nicht da, wo ich hin will", gesteht er. Erst vor wenigen Tagen bewilligte der Sozialausschuss des Landkreises 1000 Euro für Papier, Porto und Druckerpatronen. Die Ehrenamtsbörse ist bei der Fachstelle für Senioren und Pflege an der Gartenstraße 22 in Tuttlingen zu finden. "Wenn alle mitdenken und an einem Strang ziehen, dann können wir zu guten Lösungen kommen", betont Jägle. Er zeigt sich davon überzeugt, dass das Ehrenamt heute bezahlt werden muss.

Idee: Sozialfirma aufbauen

"Wir sind für die da, die trotz der niedrigen Arbeitslosenquote nichts finden", sagt Maile. Eine Überlegung beim Bündnis sei der Aufbau einer Sozialfirma wie im schweizerischen St. Gallen, in der Arbeitslose eine vorübergehende Beschäftigung finden können. "Wir sollten lieber die Arbeit finanzieren, als die Arbeitslosigkeit", meint Maile.

Artikel: Christian Gerards, Schwäbische Zeitung